Sie wollen gerne wissen, ob der Samstag ein Arbeitstag ist

Es stellt sich bei vielen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern immer wieder die Frage, ob der Samstag ein Arbeitstag ist oder nicht.
Ist dies auch für Sie eine wichtige Angelegenheit? Wenn ja, dann lesen Sie unbedingt weiter.

Eine hundertprozentig richtige Definition zu finden ist nicht ganz einfach. in einigen Bereichen ist der Samstag ein Arbeitstag, in anderen jedoch nicht.
Aufgrund einer Entscheidung des Oberlandesgerichtes Hamm ist der Samstag beispielsweise im „allgemeinen Sprachgebrauch“ ein Werktag. Sie fragen sich nun, was sind Werktage? Werktag sind Kalendertage, die keine gesetzlichen Feiertage, beziehungsweise Sonntage sind. So gesehen ist also der Samstag ein Arbeitstag.

Was regelt der Arbeitsvertrag

Nun kommt es weiter auf die Regelungen in Ihrem Arbeitsvertrag an. Wurde in Ihrem Arbeitsvertrag wie auf arbeitsrechtdortmund.com  geregelt, daß Ihre wöchentliche Arbeitszeit von Montag bis Freitag dauert, so ist der Samstag definitiv kein Arbeitstag. Dies wird auch im Arbeitszeitgesetz geregelt. Es kann jedoch auch geregelt sein, daß Ihre wöchentliche Arbeitszeit von Montag bis Samstag dauert. Ist dies der Fall, dann zählt der Samstag als Arbeitstag.

Wie Ihnen sicher bekannt ist, ist in sehr vielen Arbeitsbereichen der Samstag ein freier Tag und zählt somit nicht als Arbeitstag. Dies ist vor allem bei der Berechnung Ihres Urlaubes wichtig. Wenn Sie samstags nie arbeiten, dann kann der Samstag auch nicht als Urlaubstag gezählt werden. Somit wäre es für Sie auch kein Werktag.

Bei der 5-Tage Woche stehen Ihnen gesetzlich 20 Urlaubstage zu, also 4 Wochen. Ist aufgrund eines Tarifvertrages beispielsweise eine Urlaubsregelung von 30 Tagen bei einer 5-Tage-Woche vereinbart, so stehen Ihnen 6 Wochen Jahresurlaub zu.

Werktag nicht zwingend Arbeitstag

Beachten Sie also auch hier, dass der Werktag nicht mit dem Arbeitstag gleichzusetzen ist. Wie Sie sehen, ist es also nicht ganz einfach zu erläutern, ob ein Samstag ein Arbeitstag ist oder nicht.

Dass Werktag und Arbeitstag nicht ein und dasselbe sind, ist insbesondere dann wichtig, wenn Sie auf Fristen im Arbeitsrecht achten müssen. Bei Fristen im Arbeitsrecht ist zu nämlich zu bedenken, daß alle Tage, also von Montag bis einschließlich Samstag, als Werktage – außer der Samstag wäre ein gesetzlicher Feiertag – zu rechnen sind. Laut dem Bundesurlaubsgesetz § 3 heißt es „Alle Kalendertage, die keine Sonn- oder gesetzliche Feiertage sind, sind Werktage“.

Was gilt bei der Arbeitsunfähigkeit aufgrund Krankheit?

Im Krankheitsfall sollten Sie also den Samstag als Arbeitstag für die rechtzeitige Einreichung der Krankmeldung mitrechnen, sonst könnte Ihnen Ihr Arbeitgeber eventuell eine Abmahnung schicken, da Sie Ihre Krankmeldung nicht rechtzeitig eingereicht haben.

Aufgrund dem Entgeltfortzahlungsgesetz in  § 5 müssen Sie sich nämlich unverzüglich krank melden. Unverzüglich bedeutet im Arbeitsrecht, daß Sie sich innerhalb einer Frist von drei Tagen bei Ihrem Arbeitgeber gemeldet haben müssen.

Dauert Ihre Arbeitsunfähigkeit länger als drei Kalendertage, ist also die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung spätestens am darauffolgenden Arbeitstag vorzulegen. Beispiel: Werden Sie Freitags krank, dann müssen Sie spätestens am darauffolgenden Montag Ihre Krankmeldung beim Arbeitgeber vorlegen. Hier zählt nämlich der Samstag als Arbeitstag, auch wenn Sie samstags nie arbeiten.

Zusammenfassung:

Sie müssen also beim Arbeitsrecht auf jeden Fall darauf achten, daß Sonn- und Feiertage bei Fristen ganz normal mitgezählt werden müssen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meinen Ausführungen ein wenig darstellen, ob der Samstag ein Arbeitstag ist oder nicht.

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